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meine Mitlebewesen

in Mein Haustier 05.09.2014 19:18
von Wolfsläuferin • Neuling | 2 Beiträge

Über unsere Fische möchte ich nichts schreiben. Meine Beziehung zu ihnen ist nicht so innig.
Über die vielen zwei- und viebeinigen Lebewesen, die einen Teil meines Lebens mit mir geteilt haben, will und kann ich nichts schreiben. In den letzten zwei Jahren haben wir drei unserer besten Freunde verloren. Wir haben mit ihnen gegen den Tod gekämpft - und am Ende doch verloren.
Es waren Ayla, unsere Whippet-Mix-Hündin, unsere Podenco-Hündin Hestia (wurde im Bauch ihrer Mutter von Windhunde in Not auf Mallorca gerettet) und unser Galgorüde Nieva, mein Seelenhund (ein Angsthund aus der Tötungsstation in Barcelona), von dem wir uns vor einem Vierteljahr nach schrecklicher Krankheit trennen mussten. Alle drei hatten zwar schon ein hohes Alter, die Trennung von ihnen war aber kaum zu ertragen.

Als unsere beiden Hündinnen vor zwei Jahren starben, bekamen wir zwei Welpen aus einer spanischen Tötungsstation (die Wurfschwestern wurden dort geboren und liebevoll von spanischen Tierschützern gepflegt und am Leben gehalten), die halfen, Nieva, der nach dem Tod der beiden Mädchen schwer depressiv wurde, und uns, aufzumuntern. Dewi und Riviana heißen die beiden jetzt zweieinhalbjährigen Galgas, die größten Chaotinnen im Welpenalter, die wir jemals erlebt haben. Nichts blieb heile, nichts, nur der Wohnzimmerschrank zeigte Beständigkeit und Stärke. Aber, wir liebten und lieben die beiden innig, was sind schon materielle Werte gegen das, was die beiden Mädchen uns ständig schenken!

Vor genau zwei Wochen bekamen wir Manolo, Gugu Sauter vermittelte ihn an uns, vielleicht kennt ihr sie aus der Serie bei Vox in "Hunde, Katze, Maus" und durch ihr neues Buch über Galgos. Wir teilen ihre Liebe zu dieser wunderbaren Rasse, die fast widersprüchlich zu sein scheint: draußen durch nichts zu bremsende, tollkühne Läufer und Jäger und drinnen (auch im Herzen) die sanftmütigsten und verschmustesten Wesen, die man sich vorstellen kann.
Manolo (jetzt zweidreiviertel Jahre alt) irrte durch Cordoba. Tierschützer fingen ihn ein, fanden anhand des Chips den Züchter und dadurch auch den Besitzer heraus, einen Zigeuner, der Manolo so schlecht behandelt hatte, dass er sich befreite.
Manolo wollte nicht zu ihm zurück, in aufregenden Verhandlungen unterschrieb der Zigeuner schließlich eine Abtrittserklärung - und jetzt ist Manolo bei uns.Nur die Abdrücke der auf ihm ausgedrückten Zigaretten und ein Knubbel, wohl vom Liegen auf Beton, zeugen noch von seiner schrecklichen Vergangenheit.

Es ist unglaublich, zu beobachten, wie schnell ein Lebewesen sich heimisch fühlen kann. Nicht nur wir, v.a. auch unsere wunderbaren Chaotenhündinnen (sie sind schon lange nicht mehr chaotisch) trugen dazu bei, dass Manolo sich im Minutentakt integrierte. Schon einen Tag später drückten seine Körpersprache, sein Benehmen und seine ausstrahlenden Gefühle ganz deutlich aus: Dies ist endlich mein Zuhause, hier bleibe ich, hier will ich immer und ewig bleiben!!!
So von Null auf alles, in Windeseile: Hühnerhals, was ist das, muss man da lecken? kann man da vielleicht reinbeißen? aha, beißen muss man, so geht das! (Wir barfen unsere Hunde.) Manchmal ein kurzer Blick zu den Mädchen und dann Beruhigung und ein Verstehen, dass es so geht und nicht anders und das es so gut ist - alles gut. Seit gestern abend schläft auch Manolo bei uns im Bett, wie selbstverständlich und zu unserer Freude. Wir können es uns gar nicht vorstellen, wie man sich fühlt, Platz im Bett zu haben. Wir liegen zwischen Hundebeinen, an warme kuschelige Hundekörper gepresst - ohne Fell im Bett könnten wir gar nicht mehr schlafen.
Es ist wunderbar, wir sind wieder ein Team, eine wunderbare Familie aus drei Vier- und zwei Zweibeinern (sind wir nicht auch Vierbeiner?)
Vielleicht kennen mich einige von euch? Ich bin die verrückte in den Augen vieler "Hundereiche" aus dem Wickeder Holz, die mit drei Galgos an der Leine über die Waldwege marschiert. "Ach, da ist wieder die spanische Liga", sagt ein Radfahrer immer wieder zu mir.

Ja, dies zu unseren Hunden (und zu uns). Ich hoffe, ihr könnt euch ein Bild von unserer Familie machen.
Richtige Bilder kann ich euch erst schicken, wenn sich unsere menschlichen Kinder unserer erbarmen und uns helfen. Ich bin zwar täglich im Internet - aber, ich werde es nie verstehen ...

Euch ganz liebe Grüße und ein wunderschönes Wochenende,

Annette

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