Hallo Amie,
im Prinzip kann ich Dimpfelmoser nur beipflichten.
In einem Punkt ganz besonders : mit Ferndiagnosen bringt es gar nichts, oft eher noch das Gegenteil. (man ist selbst noch verunsicherter, als vorher schon und verfolgt Ratschläge, die Aufgrund fehlender Kenntnis noch diverse Situationen verschlimmern können).
Daher halte ich mich hier jetzt mal völlig allgemein.
Der größte Fehler, den viele Hundehalter machen ist bei Begenungen von anderen Hunden, an Ort und Stelle stehenzubleiben und wie Ringrichter die Hunde zu beobachten. Erst recht ein Fehler, wenn Hunde bei fremden Artgenossen dominanter oder unsicherer sind. Vorher ist man mit Frauchen/ Herrchen sehr relaxt spazieren gegangen und plötzlich fragt sich der dominante oder auch unsichere Hund, warum die Zweibeiner aufeinmal so angespannt sind und zu allem Überfluß auch noch stehen geblieben sind.
Shit Situation, in der es aus Hundesicht zu handeln gilt (wie auch immer, entweder durch selbstbewußtes oder devotes Verhalten). Die Anspannungen werden ja durch das abwartende Verhalten der Halter noch verstärkt (getreu dem Motto: so Fiffi, nu mach Du mal allein. Ich bleib hier stehen und schaue mal, was Du Hund aus dieser Situation machst).
Es ist kein Wunder, wenn Dein Hund aufgrund vieler negativer Erlebnisse erstmal unsicher und sogar auch giftig wird. Da muss erstmal wieder Stück für Stück das Vertrauen zu anderen Hunden aufgebaut werden. Zunächst einmal auf längere Sicht ausschließlich zu extrem sozialen und souveränen Hunden, die das Verhalten Deiner Hündin gelassen nehmen und sich durch ihr Verhalten nicht selbst aus der Ruhe bringen lassen.
Nicht jede vierbeinige Zufallsbekanntschafft auf der Hundewiese bringt diese Voraussetzung mit und da sind dann eher noch mehr Eskalationen vorprogrammiert.
Denn auch Hunde sind nur Menschen *lach*. Da gibt es welche, die ob der Unsicherheit des Gegenübers endlich mal selbst stark fühlen können, die Angst des anderen ausnutzen, bis sich die Situation sich dann "hochschraubt".
Von daher mein Rat: entweder nur Kontakte zulassen, wo Du weißt, dass Deine Hündin keine Probleme bekommt. Oder eine Hundeschule besuchen, die wie Dimpfelmoser schon schrieb, die Dich und Deinen Hund mal beobachtet und dann dementsprechende Verhaltenstipps gibt. Aber höre besser nicht auf Ratschläge von Leuten, die weder Dich, noch Deinen Hund kennen. Oder Leute, die einfach nur im Glauben sind, dass sie jede Menge Ahnung von Hunden haben.
LG
Angie