Hallo Patti23,
ich kann dir meine Erfahrungen sowohl als Hundehalterin (Hund aus Italien), als auch als Tierheimmitarbeiterin (ist aber mehr als 13 jahre her) mitteilen. Lucky ist nun nicht der typische Auslandsvertreter, weil er nicht jahrelang auf der Straße gelebt hat oder angekettet war und dann bei Tierschützerin gelandet ist. Ihn hat wohl ein junges Paar im Alter von rd. 6 Monaten im Italienurlaub eingesammelt - sein straßenleben war also nicht allzu lang - und mit nach Deutschlanf genommen. Da ist eri hnne nur leider größenmäßig und wesnesmäßig über den Kopf gewachsen und dann im TH Köln Dellbrück gelandet. Dort stand er mit kurzer unterbrechung 2 Jahre lang. Lucky war nämlich erstens ziemlich massig, zweitens schwarz udn driitens ein Herdenschutzhundmix und die sind sehr eigenständig. Die Anfangszeit war teilweise der Horror, denn wir (also ich und Exmann, bei dem er heute noch lebt) hatten eigentlich etwas pflegeleichteres, dankbareres erwartet ;). Und was bekommt man? Einen sturen Esel! :)Wir wußten von den Rasseneigenschaften der HSH viel zu wenig und haben dann ständig Literatur gewälzt, waren bei Günter Bloch usw. Dazu kam, dass Lucky beideseitig schwerste HD hat (ich denke die Fehlernährung als Welpe war nicht gerade förderlich) und dies erst später entdeckt wurde. Er hat also wohl oft vor unentdeckten Schmerzen geknurrt. Nach mehrerne megateuren OPs- die Fellnase hat mind. 6000,00 ! EUR gekostet - ging es ihm wesentlich besser. Trotz all der widrigen Umstände muss ich sagen: ein klasse Kerl. Absolut souverän, total Kinderfreundlich, bestes Sozialverhalten (Welpen hüpften um ihn rum und wenn es ihm zuviel wurde, drehte er sich einfach weg), leinentauglich. Was man aber nicht vergessen sollte: Lucky war halt schon lange Zeit in Deutschland, so dass er im Gegensatz zu frisch eingeflogenen Hunden z.B. Straßenlärm, Leine und Stubenreinheit kannte. Das KANN dir bei echten Auslandhunden anders ergehen..Betonung lag auf KANN! Und schon kann ich auf meine Arbeit als TH-mitarbeiterin eingehen: wir bekamen damals regelmäßig ca. 5-10 spanische Hunde von einem kleinen Tierschutzverein (weiß nimmer wie der heißt od. obs den noch gibt). Die Leute haben sich drum gerissen; va.a. waren die Vierbeiner als Zweithund beliebt, weil sie halt doch recht sozial waren. Trotz allem, wir hatten auch immer wieder Kandidaten, die schlecht zu vermitteln waren oder zurückkamen. Oft war es dasselbe Problem: Zerstörungswut aus Angst vor dem Alleinsein oder Überängstlichkeit vor best. Personengruppen oder im Straßenverkehr.
Du musst dich halt darauf einstellen, dass du einen Hund mit Vorgeschichte bekommst (so wie bei jedem seconhand Hund) und die kann nicht immer schön gewesen sein. Dennoch bin ich sicher, dass du mit viel Geduld, Spucke und Liebe aus diesem "Rohdiamanten" ein Goldstück machen kannst :) VIEL GLÜCK!!
Juliane