Die deutsche Bürokratie arbeitet ja mal wieder bombastisch...:( Und daher habe ich heute das Vetamt angschrieben, natürlich auf hübschem Kanzleibriefpapier
Tierschutzeinsatz der arche90
Dortmund-Kirchderne Januar 2009 und Januar 2010
Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Frau Dr. Burgl-Kreickmann,
als Mitglied der Tierschutzorganisation arche 90 e. V. und gelernte Tierarzthelferin musste ich mit Erschrecken erfahren, dass bei einer Tierhalterin aus Dortmund-Kirchderne vor wenigen Tagen ein neuer Einsatz erfolgte. Besorgte Anwohner hatten den o. g. Tierschutzverein auf die schlecht versorgten, z. T. schwer erkrankten Tiere hingewiesen. Bereits im Januar 2009 waren vom Gelände der Tierhalterin etliche Hühner und Enten gerettet worden, die dort unter erbärmlichen Zuständen leben mussten.
Sie selbst haben der Tierhalterin diverse behördliche Auflagen erteilt, u. a. das Gelände umgehend in einen ordentlichen Zustand zu versetzen und für eine artgerechte Tierhaltung zu sorgen. Die Haltungsbedingungen sollten regelmäßig von Ihrer Behörde kontrolliert werden.
Es ist mir nicht verständlich, warum trotz dieser diversen Auflagen und der regelmäßigen Kontrollen Tiere weiterhin nicht tierschutzgerecht gehalten werden. Ihnen ist sicherlich bekannt, dass ein Esel wochenlang mit einem um eines der Hinterläufe gewickelten Gummibandes „leben“ musste, welches tief in die Muskulatur eingewachsen war. Das Tier
musste eingeschläfert werden. Der Unterstand der Hängebauchschweine ist verfallen. Auf und um das Gelände herum stapeln sich Mülltüten, scharfkantige Metallteile und sonstiger Unrat.
Ich habe Verständnis dafür, dass Ihre Behörde nicht täglich den Zustand der Tiere kontrollieren konnte. Wie aber die Tierhalterin über fast 1 Jahr hinweg ungehindert und unkontrolliert neue Tiere anschaffen und bereits vorhandene Tiere eindeutig nicht artgerecht halten durfte und anscheinend auch noch darf, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar.
Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwältin
Flüß-Meuter